Impressionen von der ATypI in St. Petersburg [1]
So, nach der Rückkehr aus der Heldenstadt Leningrad ?????-????????? will ich noch die diesjährige ATypI nachbetrachten. Aus privater und beruflicher Sicht hatte ich viel Spaß. Die Stadt ist wunderschön, wenngleich auch wolkenverhangen und mit Erkältungserregern eingedeckt


So, nach der Rückkehr aus der Heldenstadt Leningrad ?????-????????? will ich noch die diesjährige ATypI nachbetrachten. Aus privater und beruflicher Sicht hatte ich viel Spaß. Die Stadt ist wunderschön, wenngleich auch wolkenverhangen und mit Erkältungserregern eingedeckt. Zumindest kehrten fast alle Beteiligten mehr oder weniger krank zurück. Eine Reise ist St. Petersburg aber definitiv wert, allein die Jahreszeit will gut gewählt sein.

Beeindruckt hat mich die Kreativität und Vielfältigkeit der russischen Studenten, die diese im Rahmen einer Ausstellung zur Schau stellten. Interessant zu sehen, wie sie – entgegen der hierzulande üblichen Reihenfolge – zuerst ihre kyrillischen Alphabete gestaltet haben und daraus dann die lateinische Erweiterung. Ein Teil der Ausstellung zeigte übrigens die vom TDC prämierten Exponate, unter denen sich unter anderem auch die aktuelle Slanted befand.
Mein persönliches Highlight der Konferenz war neben dem Typophile Film Fest, das ich aufgrund der Teilnahme am Treffen der EULA-Interessengruppe leider vorzeitig verlassen musste, vor allem die viel zu kurze, aber hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zu meinem Diplomthema Webfonts. Roger Black, Bert Bos, Håkon Wium Lie [die beiden Entwickler von CSS], Thomas Phinney [Adobes Produktmanager für Fonts] und Si Daniels [Microsoft Typography] tauschten dabei ihre größtenteils bekannten Argumente aus, ließen für mich aber dennoch ein Bild entstehen, wohin die Reise gehen wird. Unter dem zusätzlichen Eindruck eines intensiveren Gesprächs mit dem sehr sympathischen Si Daniels scheint mir die mittelfristige Zukunft der Webfonts klar geworden zu sein.
Microsoft wird, unterstützt vom Großteil der Foundries und Schriftgestalter, beim Internet Explorer weiterhin an seiner EOT-Technologie festhalten. Das World Wide Web Consortium wird diese aller Voraussicht nach als offenen Standard neben der @font-face-Technologie akzeptieren. Laut Bert Bos ist gar eine dritte parallele Technik denkbar, was derzeit jedoch unwahrscheinlich ist. Ich habe den Eindruck, dass diejenigen Schrifthersteller, die die Webfontsentwicklung mitgehen wollen, derzeit noch fast ausnahmslos auf EOT setzen. Entscheiden über Erfolg oder Misserfolg der Technologien werden jedoch primär die Webdesigner. Diese wollen eine einfache Lösung, vergleichbar mit den bestehenden Möglichkeiten, aber eben hauptsächlich mit einer deutlich größeren Schriftauswahl. Da aus dieser Sicht die Fontverlinkung mit @font-face die Nase vorn hat, sollten sich die Foundries ebenfalls hiermit beschäftigen.
Zum Schluss noch einige in der Überschrift bereits angekündigte Impressionen aus der Stadt an der Newa. Weitere Fotos anderer Konferenzteilnehmer finden sich außerdem in der noch wachsenden ATypI-Flickr-Gruppe.

Das Veranstaltungsgebäude der ATypI 2008: der Beloselsky-Belozersky-Palast am berühmten Newski-Prospekt.

Bert Bos, Si Daniels, Tom Phinney, Roger Black und Håkon Lie diskutieren über Webfonts.

FF Trixie in kyrillisch für eine »Weinboutique«

Der Hauptsaal im Beloselsky-Belozersky-Palast während einer Pause.

Die aktuelle Ausgabe der russischen Vogue: sehr schöne kyrillische Slab Serif, aber welche genau?

Das kleine Flüsschen Fontanka.

Robert Bringhursts Klassiker, auch auf russisch.

Auch ohne das Original Subway dürfte man die kyrillische Version deuten können.

Er musste kurzfristig absagen, war aber doch allgegenwärtig: …

… Erik Spiekermann … beziehungsweise seine ITC Officina Sans.

Schriftenbestimmung extrem: Ist auch dies die ITC Officina?

Ähnlich, wie ich es auch in San Francisco erlebt habe, gibt es in Russland viele verwundete Veteranen, die auf den Straßen betteln. Hier sogar einer, der zwischen den rasenden Autos auf eine rote Ampel wartet.

Am Tag der Abreise kam sogar die Sonne raus. [Foto: Jens Kutilek]

Dieses Logo fand ich bemerkenswert, weil es mit dem ? spielt und die tragenden Stützen von Brücken symbolisiert.

Der kleine Saal während eines Vortrages von Alexandra Korolkova.

Fontlab-Chef Ted Harrison bei seinem EULA-Vortrag.
Weitere Bilder folgen.
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Impressionen von der ATypI in St. Petersburg [1]
